Olaf Scholz
29.05.2020

Schreiben an den Wahlkreis 61

 

 Potsdam, 29. Mai 2020

 

Liebe Genossinnen und Genossen,


ich würde mich freuen, den Wahlkreis 61 (Potsdam, Potsdam-Mittelmark II, Teltow-Fläming II) ab September 2021 im Deutschen Bundestag zu vertreten. Daher bewerbe ich mich darum, Euer Kandidat für den Wahlkreis zu werden und bitte um Eure Unterstützung. In den vergangenen Wochen haben mich Genossinnen und Genossen aus den Unterbezirken ebenso wie Dietmar Woidke gefragt, ob ich mir in Nachfolge von Manja Schüle eine Kandidatur in meiner neuen Heimat Potsdam vorstellen könnte. Meine Antwort heute lautet: Ja, das kann ich sehr gut.

 

Abgeordneter des Deutschen Bundestags zu sein, ist das höchste Amt, in das man direkt gewählt werden kann. Von 1998 bis 2011 war ich bereits Mitglied des Deutschen Bundestags. Mir war dieses Wahlamt immer besonders wichtig. Die aktive Wahlkreisarbeit mit vielen Veranstaltungen hatte für mich einen hohen Stellenwert. Dafür ist die Verankerung im Wahlkreis wichtig. Wie Ihr vielleicht wisst, hat sich mein Lebensmittelpunkt durch meine Tätigkeit als Bundesminister vor zwei Jahren von der Elbe an die Havel verlagert. Ich bin zu meiner Frau Britta nach Potsdam gezogen, wo wir in der Berliner Vorstadt wohnen. Deshalb bewerbe ich mich jetzt hier in Potsdam um das Bundestagsmandat für den Wahlkreis 61.

 

Politisch bin ich natürlich kein ganz unbeschriebenes Blatt. Als Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler ist es seit März 2018 meine Aufgabe, die sozialdemokratischen Ideen im Bund und in Europa durch- und umzusetzen. Dies gilt nicht zuletzt für die enormen Aufgaben, vor die uns die Corona-Pandemie derzeit stellt. Zuvor war ich mehr als sieben Jahre lang Bürgermeister in Hamburg, davor unter anderem Bundesminister für Arbeit und Soziales.

 

Vor meiner Zeit als Berufspolitiker war ich Anwalt für Arbeitsrecht und habe insbesondere viele Sozialpläne für die Arbeitnehmerseite verhandelt. Ich bin seit mehr als 20 Jahren mit Britta Ernst verheiratet, die seit 2017 in Brandenburg Ministerin für Bildung, Jugend und Sport ist. Joggen, rudern und wandern gehören zu meinen liebsten Hobbys – und auf diese Weise habe ich mir auch meine neue Brandenburger Heimat erschlossen. Manch einer sagt mir eine gewisse Nüchternheit und politischen Pragmatismus nach – Eigenschaften, mit denen ich nicht nur ganz gut leben kann, sondern die ich in den vergangenen beiden Jahren auch bei vielen Brandenburgerinnen und Brandenburger angetroffen habe. Ich glaube, wir passen ganz gut zueinander.

 

Politisch befinden wir uns nicht erst durch die Corona-Pandemie in herausfordernden Zeiten, weil unserer Gesellschaft die Zuversicht abhanden zu kommen droht und sich Populisten mit ihren vermeintlich einfachen Antworten breitzumachen versuchen. Doch auf die wenigsten politischen Probleme unserer Zeit gibt es einfache Antworten. Ich stehe für eine Politik des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des klugen Ausgleichs von ökonomischen und ökologischen Interessen. Gerade die aktuelle Krise führt uns auf beeindruckende Weise vor Augen, wie gut wir es haben, über einen verlässlichen und robusten Sozialstaat zu verfügen. Eine wichtige Bedingung für einen solchen robusten Sozialstaat ist ein faires und gerechtes Steuersystem, das nach Leistungsfähigkeit besteuert. Dafür setzen wir uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten besonders ein.

 

Und vielleicht noch ein Wort zu unserer Partei, zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der ich seit mehr als 45 Jahre angehöre. Die SPD ist ein Glücksfall für unser Land, weil sie als einzige politische Kraft, eine weltoffene Grundhaltung in gesellschaftlichen Fragen vereint mit einer klaren Position der Solidarität. Ich möchte mich dafür engagieren, dass die SPD mit kluger Politik zu neuer Stärke findet – in Brandenburg, in Berlin, in ganz Deutschland.

 

In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich möglichst viele von Euch treffen. Denn nichts kann die persönliche Begegnung, das persönliche Gespräche ersetzen. Das wurde uns in diesen Wochen und Monaten der Pandemie noch einmal ganz deutlich vor Augen geführt. Ich freue mich auf diese Begegnungen, ich freue mich auf den Austausch mit Euch – und ich freue mich über jede Unterstützung, die Ihr mir zuteilwerden lasst.

In diesem Sinne verbleibe ich für heute,

 

Euer Olaf

 

 

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