Olaf Scholz
13.03.2018

Rede: Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Senatskanzlei

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

gutes Regieren macht Arbeit, viel Arbeit. Einen Großteil dieser Arbeit haben Sie mit mir und für unsere Stadt getragen. Ich habe Sie heute eingeladen, um Ihnen dafür ausdrücklich zu danken.

Ich habe viel verlangt und Dinge gefordert, die vollständig neu und sehr schwierig waren. Sie konnten mit diesem Anspruch souverän umgehen. Weil Sie mit Leidenschaft und höchstem Engagement bei der Sache waren, ist Hamburg in den vergangenen Jahren so gut vorangekommen. Sie haben viel mehr als üblich geleistet.

Der Planungsstab, heißt es oft, ist der zentrale Ort des Denkens für den Senat. Sie haben alles begleitet, sich ganz stark eingebracht und durch die gute Zusammenarbeit mit Behörden und Landesbetrieben sehr viel bewirkt. Zu Ihren großen Leistungen gehören die Einführung des kostenstabilen Bauens, das Erhaltungsmanagement und ohne Sie wäre auch der Wohnungsbau nicht so enorm gut vorangekommen.

Erwähnen möchte ich auch die Arbeitsgruppe zu den Bund-Länder-Finanzen, die für Hamburg sehr erfolgreich gearbeitet hat. Auch da war es ja so, dass alle, egal von welcher Behörde sie auch kamen, ihre Kompetenzen für unser gemeinsames Ziel in vollem Umfang eingesetzt haben. Deshalb konnte Hamburg eine starke Position beziehen und für unser Land sehr günstig verhandeln.

Der Planungsstab hat alle großen Themen des Senats gängig gemacht. Viele tausend Termine sind von Ihnen inhaltlich vorbereitet worden, zudem haben Sie zusammen mit den Behörden die Unterlagen für gut 1.500 Reden angefertigt. Und wenn es dann darum ging, fünf Minuten vor dem Termin die Zahlen zu aktualisieren, haben Sie das auch immer geschafft.

Verlassen hat uns in der Zeit ja eines der erfolgreichsten Start-ups der Senatskanzlei ever: das Amt Medien. Aber nicht ohne klar zu machen: Die Digitalisierung ist für Hamburg eine große Bereicherung. Wir gehören zu den Bundesländern, die ganz weit vorne sind. Umso mehr freuen wir uns über die neuen Kolleginnen und Kollegen vom Amt für IT und Digitalisierung.

Hamburg hat als Welthafenstadt die besondere Aufgabe, zwischen Völkern und Kontinenten vermittelnd tätig zu sein, wie es in der Präambel unserer Verfassung heißt. Und so ist Senatspolitik niemals nur auf das Gebiet der Stadt begrenzt. Zur Arbeit des Bürgermeisters und seines Senates gehören immer auch die Kooperation in der Metropolregion, die mit unseren Partnerstädten, der internationale Austausch und die Europäische Perspektive.

Das Staatsamt hat alle meine Reisen hervorragend vorbereitet. Sie waren meine kompetenten Reiseführer auf gut fünfzig Auslandsbesuchen. Dass das für Sie, meine Damen und Herren, mit sehr viel Arbeit und wenig Schlaf verbunden war, haben Sie sich nie anmerken lassen.

Ich danke dem Hanseoffice, das stets aktuell und hochkompetent alle notwendigen Informationen über jede beliebige Frage im EU-Kontext beantworten konnte – egal ob es um die Folgen des Brexit für Hamburg, den digitalen Binnenmarkt oder die Situation der Flugzeugindustrie geht. Kompetent, schnell und beharrlich haben Sie auch die Interessen unserer Stadt gegenüber den Europäischen Institutionen geltend gemacht.

So wie in Brüssel kennt man Hamburg auch in Shanghai, in Mumbai, in Leon und St. Petersburg. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hamburger Auslandsbüros liefern stets wichtige Informationen für die Stadt.

Dass sich Hamburg auf Bundesebene einen so guten Stand erarbeitet hat, verdanken wir ganz wesentlich auch den Kolleginnen und Kollegen aus der Landesvertretung. Mit Bundesratsinitiativen wie zum Beispiel der zur Einführung des „urbanen Gebiets“, der Arbeit für ein modernes Medienrecht oder für eine Verkehrspolitik, die den Norden nicht vergisst, haben Sie Hamburg vorangebracht.

Und dann kam im Januar 2015 noch mehr Arbeit dazu: Als mich der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat, das Amt des Kulturbevollmächtigten im Rahmen der Deutsch-Französischen Zusammenarbeit zu übernehmen. Erstmals ist damit ein Nordland mit der Aufgabe betraut worden. Das Büro II (ST-F) hat diese Arbeit hervorragend begleitet. Hamburg hat mit dem Thema der beruflichen Bildung einen sehr wichtigen Punkt gesetzt. Und es ist gelungen die Hamburgerinnen und Hamburger noch einmal mehr für die deutsch-französische Freundschaft zu gewinnen.

In sieben Jahren sind viele hunderte  Veranstaltungen durchgeführt und Besuche gemacht worden. Ob der Termin in der Handelskammer, im Hafen oder auf einer Offshore-Plattform war, das Protokoll hat alles stets hervorragend vorbereitet und begleitet. Dazu kamen Senatsempfänge, die Einbürgerungsfeiern und die Besucher im Rathaus. Präsidenten, Könige, alte und neue Hamburgerinnen und Hamburger wurden immer gut betreut. Das Protokoll ist nicht müde geworden, mir die Redemanuskripte zum richtigen Moment zu reichen. Sie haben alles im Griff gehabt und immer alles Unbill von mir abgehalten, auch den Regen mit dem Schirm, wenn nötig.

Und ich weiß, der Rathausservice, die Haustechniker und viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben unermüdlich dafür gesorgt, dass das Rathaus in Ordnung ist, die Technik funktioniert und es Bewirtung für unsere Gäste gibt.  

Unermüdlich hat auch das Bürgerbüro gearbeitet. Gut 17.000 Anfragen, die per E-Mail oder im klassischen Brief von Hamburgerinnen und Hamburgern im Rathaus eingingen, sind in den Jahren aufgenommen worden – und noch einmal so viele Telefonanfragen.

Ein ganz spezieller Kunde war ich für die Pressestelle, die mit großem Engagement und viel Fingerspitzengefühl eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet hat. Das Team ist bekannt für schnelle Reaktionen und die bemerkenswerte Fähigkeit, meine Schrift zu lesen, manchmal sogar das, was ich hätte schreiben wollen. Die Pressestellte hat O-Töne geliefert und mir den Mantel gereicht, wenn das nötig war. Und selbst im tiefen Winter auf der Suche nach dem Schierlingswasserfenchel, war die Pressestelle dabei.

Und wo immer ich auch hinmusste, und egal ob es Morgengrauen war oder spät in der Nacht, meine Fahrer haben mich pünktlich an jeden Ort gebracht. Und ich konnte mich auch immer darauf verlassen, dass die Beamtinnen und Beamten vom LKA für die Sicherheit sorgen.

Hoch verantwortlich, völlig reibungslos und immer zuverlässig ist zudem ein Amt, dass eher im Stillen arbeitet: das Personalamt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Steckelhörn und in den Landesbetrieben haben alle im Blick: die Angestellten und Beamten, die jungen Leute in der Ausbildung und jede einzelne Personen, die für den Senat arbeitet. Alle können sich darauf verlassen, dass das Gehalt pünktlich auf dem Konto ist, die Verträge rechtlich korrekt sind und auch Gesundheit am Arbeitsplatz, Fortbildung und Wiedereingliederung bei uns eine große Rolle spielen. Das ist für die Motivation ein ganz wichtiger Punkt.    

Und dann gibt es noch das kleine und stets freundliche Bürgermeisterbüro, dass immer ansprechbar ist, mich gut versorgt hat und hin und wieder auch übersetzen musste, was der Bürgermeister so will.

Ihnen allen, meine Damen und Herren, möchte ich ganz herzlich danken! Sie haben Großartiges geleistet.

Wir haben Hamburg gemeinsam vorangebracht. Der Wohnungsbau ist angekurbelt, Hamburg bietet gute und gebührenfreie Betreuung, Bildung und Ausbildung – von der Kita, über die berufliche Bildung bis zur Uni. Die Elbphilharmonie ist fertig und schon überall in der Welt bekannt. Die Stadt plant auf dem Grasbrook und in Oberbillwerder neue Stadtteile. In Hamburg werden wieder U- und S- Bahnen gebaut. Der Staatshaushalt ist in Ordnung. Die Zahl der Arbeitsplätze ist erheblich gestiegen. Die Wirtschaft wächst. Straßen werden gebaut und endlich instand gehalten; die Elbvertiefung ist auf dem Weg. Polizei und Justiz sind viel besser ausgestattet und leisten gute Arbeit. Sie können diese Liste gerne erweitern, denn es gibt bestimmt einige Themen, die für Sie ganz persönlich besonders wichtig waren. All das sind Ergebnisse großartiger Gemeinschaftsleistungen.

Für mich gehören die sieben Jahre als Erster Bürgermeister zu den spannendsten und schönsten Jahren meines bisherigen politischen Lebens.

Sie, meine Damen und Herren, gehören dazu. Sie haben mich in diesen Jahren tatkräftig unterstützt. Ich konnte mich immer vollständig auf Sie und Ihre Professionalität verlassen.

Herzlichen Dank für sehr gute Arbeit

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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