Olaf Scholz
09.05.2017

Grußwort Senatsfrühstück HamburgAmbassadors

 

Liebe HamburgAmbassadors,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Namen des Senats der Freien- und Hansestadt Hamburg begrüße ich Sie herzlichst. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich aus aller Welt angereist sind und hoffe, es sind für Sie vier anregende und informative Tage zum Thema "Digitale Stadt". Sie haben und werden einen Einblick bekommen, wo in Hamburg Digitalisierung bereits Alltag ist - und welche Innovationen die Stadt in die Zukunft führen sollen.

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zunächst sagen, wie sehr ich mich freue, dass in diesem Jahr sieben Repräsentanten des HamburgAmbassador-Programms ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.

Die Kontinuität Ihres ehrenamtlichen Engagements ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Initiative.

Herr Andreas Bodenstein aus Auckland, Herr Dieter W. Elsner aus Atlanta, Herr J. Christoph Lichtenfeld aus Chicago und Frau Ursula Schulz aus Prag werden zu Ehren ihres Jubiläums heute Abend beim Empfang im Gästehaus des Senats von Senator Carsten Brosda ihre Urkunden überreicht bekommen. Diese sollen ein Symbol für ihre langjährige Treue und Verbundenheit mit der Freien und Hansestadt Hamburg sein sowie unsere Dankbarkeit Ihnen gegenüber ausdrücken. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Ambassadors Herr Prof. Dr. Rolf Achilles aus Chicago, Herr Nikolaus Boltze aus Tokio und Herr Richard Voswinckel aus La Antigua, die heute leider nicht am Meeting teilnehmen können.

In diesem Jahr begrüße ich einen neuen HamburgAmbassador: Herr Heiko Mohn wird neuer Repräsentant in Mumbai. Als gebürtiger Hamburger ist er vor zwölf Jahren nach Indien entsandt worden und dort mittlerweile als Geschäftsführer der Hamburg Süd-Vertretung tätig. Mit seiner Expertise und seinem Netzwerk ist er eine große Bereicherung. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und wünsche viel Glück bei dieser Verpflichtung, die sein Vorgänger, Herr Frank König, schon so hervorragend ausfüllte, und dem ich an dieser Stelle dafür danken möchte.    

Zehn Jahre war Frank König als ehrenamtlicher Vertreter der Stadt in Mumbai tätig. Seine Arbeit, von der sich Senator Horch und ich uns bei einer Delegationsreise 2012 selbst überzeugen durften, wird hoch geschätzt und ebenso vermisst werden.

Meine ganze Wertschätzung gebührt auch Herrn Uwe Harnack, einem HamburgAmbassador der ersten Stunde, der uns leider verlässt. Seit 2005 war Herr Harnack in Toronto tätig. Mit mehreren Vorträgen vor unterschiedlichen Handelskammern in Toronto und vielen anderen Tätigkeiten hat Herr Harnack Hamburg in Kanada ins beste Licht gerückt.

Ebenso dankbar verabschieden wir Herrn Christopher Zimmer aus Seoul, der leider nicht an diesem Meeting teilnehmen kann. Seit 2014 war Herr Zimmer als Ambassador tätig und musste nun aufgrund eines Umzugs sein Amt niederlegen. In einer für Hamburg sehr interessanten Region wie Südkorea hat Herr Zimmer Hamburg engagiert vertreten.

Alle drei haben hervorragende Leistungen als Repräsentanten unserer Stadt erbracht. Wir wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

Meine Damen und Herren,
durch Ihre Arbeit als HamburgAmbassadors wurden in der Vergangenheit viele ausländische Projekte zum Wohle unserer Stadt möglich. Als Beispiel möchte ich von Frau Angela Reverdin Gabriel aus Marseille berichten, die dort im Sommer maßgeblich die Ausstellung eines Elbphilharmonie-Moduls organisiert und zum Erfolg geführt hat.

Herr Matthias Kleinhempel aus Buenos Aires initiierte mehrere Hamburg-Besuche argentinischer Politiker, unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister von Buenos Aires. Dadurch konnte er die  weiterführende Zusammenarbeit zwischen den Städten intensivieren.

Herr Dieter Kästner, der als Ambassador in Toulouse tätig ist, hat meinen Besuch vor Ort im Februar dieses Jahres vorbereitet. Seine Arbeit und Mühe haben maßgeblich zum Erfolg der Reise beigetragen.

Mein Dank gebührt auch  Frau Amita R. Desai aus Hyderabad, die ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen musste. Frau Desai wird die Eröffnungs-Moderation der India Week übernehmen, die am 6. November bereits zum siebten Mal in Hamburg stattfindet. Ich bin überzeugt, dass die  Veranstaltungsreihe auch dieses Jahr wieder ein großer Erfolg wird.

Meine Damen und Herren,
ganz gleich, mit welchem Verkehrsmittel Sie  zu uns gekommen sind, sie haben mit der digitalen Stadt Hamburg bereits ganz konkrete Erfahrungen gemacht. Denn die Lenkung der Verkehrsströme - ob ÖPNV, Privatverkehr oder selbst als Fußgänger - obliegt längst digitaler Koordination. Wie in vielen Städten weltweit ist auch für uns „Smart City“ das Schlagwort für unsere Bestrebungen, die Stadt durch technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen für alle zu optimieren, die hier leben, arbeiten und wertschöpfen.

Die vernetzte und kluge Stadt steigert ihre Lebensqualität aber nicht allein durch eine effizientere Mobilität und ein damit verbundenes intelligentes Ressourcenmanagement; mittlerweile verändert sich auch die Arbeit der Verwaltung durch die Digitalisierung. Für die Bürger ist das von großem Vorteil. Ich denke nur an unser Projekt „Open Data“. Wir ermöglichen eine neue Qualität demokratischer Teilhabe, indem die Stadt allen Bürgern Zugang zu relevanten Daten ermöglicht, etwa beim Thema Stadtentwicklung. Und wenn ich über die Entwicklung der Digitalisierung in Hamburg spreche, dann komme ich um den Hamburger Hafen nicht herum.

Wie Sie wissen, nennen wir unseren Ansatz hier SmartPort Logistics, bzw. SmartPort Energy. Gemeint ist die Vernetzung von Unternehmen, Kunden und der Hamburg Port Authority, um die Verkehrs- und Logistikströme besser zu lenken, Energie effizient zu nutzen und damit den Hafen angesichts der sich ständig verändernden Bedingungen der Weltwirtschaft zukunftssicher zu machen.

Hamburg gilt in Deutschland nicht zu Unrecht als Vorreiter bei der Digitalisierung. Ich sehe aber auch, dass wir im weltweiten Vergleich unser Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft haben. Es freut mich daher sehr, dass Sie im Rahmen des diesjährigen Besuchsprogramms mit Vertretern der Wirtschaft und Gründern aus der Start-Up Szene ins Gespräch kommen bzw. gekommen sind.

Es ist sicher ein guter und interessanter Austausch, denn Sie als HamburgAmbassadors bringen eigene Erfahrungswerte aus Ihren Wirkungsstätten mit. Ich nenne nur beispielhaft die „SmartCities“ San Francisco, Barcelona oder Wien. Wir tun immer gut daran, von anderen zu lernen.

Meine Damen und Herren,
Hamburg hat sich von der „Schlafenden Schönen“, wie Helmut Schmidt sie einmal bezeichnet hat, zu einer hellwachen und modernen Metropole entwickelt, die auch global immer stärker wahrgenommen wird. Daran haben auch Sie als HamburgAmbassadors ihren Anteil.

Dass Hamburg als Gastgeberin des G20-Gipfels im Juli Vertreter der 20 größten Wirtschaftsnationen und Schwellenländer sowie von Internationalen Organisationen und anderen Ländern begrüßt, passt in diese positive Entwicklung. Nach den guten Erfahrungen, die unsere Stadt mit dem Außenministertreffen der OSZE im Dezember hatte, bin ich noch mehr überzeugt davon, dass Hamburg der richtige Ort ist, die Lenker der Weltpolitik an einem Tisch zu vereinen. Vielleicht sorgt ja nicht nur die großstädtische Gelassenheit der Bürger, sondern auch  typisches Hamburger Sommerwetter, also Nieselregen und kühle Schauer im Wechsel, angesichts der erhitzten Weltlage für ein wohltemperiertes Gesprächsklima.

Die Wirkung des persönlichen Gesprächs und des direkten Miteinander-Redens, da bin ich mir sicher, wird auch in einer digitalisierten Welt niemals zu ersetzen sein.   

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Austausch.  

Vielen Dank

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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