28.05.2004
Was Europa eint - Der "Mai-Talk" mit Vural Öger und Paul Nemitz
Reges Interesse fanden bei den Gästen des "Talk in Altona" vor allem Fragen zur Sicherheitspolitik, zur Osterweiterung, zu den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und zu europäischen Sozialstandards. Olaf Scholz, der den monatlich stattfindenden Gesprächskreis moderiert, sorgte für eine abwechslungsreiche Fragerunde zwischen dem "echten EU-Bürokraten" Paul Nemitz und dem kommenden EU- Parlamentarier Vural Öger.
Für Vural Öger, der vor zwei Jahren der SPD beigetreten ist, stellt Europa eine friedvolle Wertegemeinschaft dar: "Je mehr Länder zu uns kommen, desto weiter können wir die Grenze der Demokratie und des Friedens ausbauen". Der deutsche Unternehmer türkischer Herkunft bekräftigte, dass es keine homogene, europäische Kultur gebe, hingegen die Vielfalt der verschiedenen Kulturen Europa sehr reich mache. Öger reagierte damit auf das besondere Interesse der Talk-Teilnehmer in bezug auf die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.
Auf die Frage, ob die EU die Erweiterung um 10 neue Länder verkraften werde, plädierte Paul Nemitz für eine Versachlichung der Diskussion. Inhaltlicher Richtungsstreit sei angemessen und erforderlich und müsse besonders in dieser Frage an die Stelle von nationalstaatlichen Positionen treten.
Viele Entscheidungen des Europäischen Parlaments ebenso wie die europäische Rechtssprechung wirken sich bereits jetzt unmittelbar auf Wirtschaft und Gesellschaft der EU-Mitgliedsstaaten aus. "Hamburg ist wie kaum eine europäische Metropole mit Europa verwoben. Wesentliche Rahmenbedingungen für die Förderung von Beschäftigung und Wachstum werden europäisch gesetzt. Dies sieht man auch daran, dass etwa 80 Prozent der deutschen Gesetze durch Gemeinschaftsrecht festgelegt werden oder berührt sind", so Öger.
Der Unternehmer möchte als EU-Parlamentarier dazu beitragen, dass die EU zu dem wettbewerbsfähigsten und wachstumsstärksten Wirtschaftsraum der Welt wird.
Im Anschluss an den "Talk in Altona" nutzten die Gäste die Möglichkeit, mit den Teilnehmern der Podiumsdiskussion persönlich ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden beispielsweise auch Fragen zu Praktikastellen in Brüssel beantwortet.


